Pflanzenöl - Allgemeines

Rapsöl - die marktreife Kraftstoffalternative

Wir zitieren aus der Broschüre »Treibstoff der Zukunft« des Bundesverbandes Pflanzenöle e.V. Herrn Prof. Dr. Schrimpff:

Pflanzenöl ist biochemisch gespeicherte Sonnenenergie höchster Dichte. Jedem Samenkorn hat die Natur eine Portion Pflanzenöl mitgegeben: Eine geniale Starthilfe, um den Sämling unter den verschiedensten Umweltbedingungen und noch völlig unabhängig von Licht und Nährstoffen die Chance zur Wurzel- und Sprossbildung zu geben. Im Vergleich zu Biofeststoffen (Holz, Stroh) und Biogas stellt Pflanzenöl die dichteste Energieform der Photosynthese dar. Mit einer Energiedichte von rund 9,2 kWh je Liter liegt es ziemlich genau zwischen Benzin (8,6 kWh/l) und Diesel (9,8 kWh/l). Im Gegensatz zu Benzin und Diesel ist Pflanzenöl jedoch regenerativ, CO2-neutral und frei von Schwefel, Schwermetallen und Radioaktivität. Es besteht nur aus Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H) und ein wenig Sauerstoff (O) im Verhältnis von etwa C60H120O6.

Pflanzenöl: Grundsätzlich besten geeignet, aber...

Grundsätzlich ist Pflanzenöl ein gut geeigneter Kraftstoff. Jedoch ist es viskoser (zähflüssiger) und weist einen höheren Flammpunkt auf. Dies macht es zwar kochtauglich, erschwert jedoch eine optimale, rückstandsfreie Verbrennung. Als Naturprodukt ist reines Pflanzenöl zudem mit Trübstoffen und Schmutz belastet.

Um Pflanzenöl als Kraftstoff zu nutzen, bieten wir ein Paket mit fein aufeinander abgestimmten technischen Anpassungen an. Diese können beispielsweise spezifische Filterstufen, Veränderungen an der Einspritzanlage, an den Glühkerzen und an der Steuermechanik bzw. an der Steuerelektronik beinhalten. Pflanzenöl ist sehr zähflüssig und als Naturprodukt nie ganz sauber. Dem wird in veränderten Leitungsquerschnitten, in einer beheizten Filteranlage mit Zweitfilter sowie durch Erwärmung des Öls in einem Wärmetauscher Rechnung getragen.

Achtung: Die Zumischung von Rapsöl ohne bzw. ohne professionelle Umrüsttechnik führt bei modernen Dieselmotoren mit fast unweigerlich zu größeren Schäden. Eine Untersuchung zu diesem Thema wurde beispielsweise im Jahr 2003 an der Universität Hohenheim durchgeführt.

Bitte kein Biodiesel

Wir passen die Motortechnik an und nicht den Kraftstoff - wie beim chemisch aufwendig aufbereiteten Biodiesel (RME). Dort machen zugefügtes Methanol und Natronlauge den Biodiesel viel aggressiver als Pflanzenöl- oder Dieselkraftstoff und gefährden somit anfällige Baukomponenten wie Simmerringe und Dichtungen.

Die zusätzlich erforderlichen Produktionsschritte machen Biodiesel gegenüber des Ausgangsstoffes Pflanzenöl teurer in der Herstellung - und am Markt. Im Vergleich zum Pflanzenöl und zum Dieselkraftstoff weist Biodiesel zudem einen niedrigeren Energiewert auf, was sich in einem 5 - 8% höheren Volumenverbrauch niederschlägt.

Ausführliche Informationen zum Vergleich von Pflanzenöl und Biodiesel finden sich in einem Artikel von Prof. Schrimpff.