FAQ - Umrüstung
Warum muss ein Fahrzeug überhaupt umgerüstet werden?
Pflanzenöl ist grundsätzlich ein gut geeigneter Kraftstoff. Allerdings ist er zähflüssiger (viskoser) und weist einen höheren Flammpunkt auf als Dieselkraftstoff. Das macht ihn zwar frittiertauglich, hat im Motorbetrieb aber eine geringere "Zündfreudigkeit" zur Folge. Zudem liegt Pflanzenöl als Naturprodukt nicht als genormte, reine Flüssigkeit vor.
Uns begegnen immer wieder Fahrzeughalter, die im Selbstversuch mit Pflanzenöl ohne Umrüstung fahren. Ein älterer Kammerdieselmotor mag ein solches Experiment kurzfristig verzeihen. Als Entwicklungsunternehmen mit über 20jähriger Erfahrung in der Pflanzenöltechnik raten wir von solchen Versuchen jedoch ab, da sie früher oder später zu Schäden am Fahrzeug führen, so etwa am Einspritzsystem, an den Düsen, an den Ventilen oder auch direkt im Motor, durch Vermischung von Kraftstoff und Schmieröl.
Wir begegnen den oben angesprochenen potenziellen Problemen mit verschiedenen Maßnahmenpaketen: 1. Wärmemanagement, 2. Anpassung der Kraftstoffleitungen, 3. Integration zusätzlicher, vorbeugender Filterstufen, 4. Anpassung der elektronischen Steuerung, 5. ggf. Anpassung der Einspritztechnik und 6. Bedien- und Steuerelemente. Zudem ist beim Betanken auf die Einhaltung des Pflanzenölstandards zu achten.
Welche Dieselmotoren und Einspritzsysteme gibt es?
Grundsätzlich unterscheidet man indirekt einspritzende (z.B. D oder TD) von direkt einspritzenden (z.B. TDI, CDI) Systemen. Bei der ersten Gruppe wird der Kraftstoff in eine Vorkammer eingespritzt, bei der zweiten direkt in den Zylinder des Motors. Die Vorteile der direkt einspritzenden Dieselmotoren sind höhere Leistungsausbeute, höherer Wirkungsgrad und ein damit verbundener geringerer Kraftstoffverbrauch.
Um die Leistung und das Drehmoment zu erhöhen, können Motoren beider Gruppen dann mit Turboladern oder sogar zusätzlich mit einer Ladeluftkühlung ausgerüstet werden. Ziel der letzten beiden Einrichtungen ist es, mehr Luftmasse in den Brennraum zu befördern, um bei gleichem Hubraum größere Mengen an Kraftstoff sauber verbrennen zu können.
Unabhängig davon können Motoren mit folgenden Einspritzsystemen ausgerüstet werden:
- Reiheneinspritzpumpen: Die Einspritzelemente sind für jeden Zylinder in Reihe angeordnet. Diese Pumpen werden wahlweise mit mechanischer oder elektronischer Regelung gefertigt.
- Verteilereinspritzpumpen: Ein Einspritzkolben verteilt den Kraftstoff auf die Zylinder. Diese Pumpen werden wahlweise mit mechanischer oder elektronischer Regelung gefertigt.
- Pumpe/Düse und Pumpe/Leitung/Düse: Für jeden Zylinder wird eine eigene Pumpe verwendet, die mit der Düse über eine kurze Leitung verbunden oder direkt zusammengebaut ist; der Antrieb erfolgt über die Nockenwelle. Diese Systeme werden ebenfalls mit einer mechanischen oder elektronischen Regelung gefertigt.
- Common-Rail (z.B. bei folgenden Motoren CDI, HDI, JTD, CR): Der Kraftstoff wird durch eine Pumpe auf hohen Druck gebracht, der von den über eine gemeinsame Leitung verbundene Düsen zu beliebigen Zeitpunkten abgerufen werden kann. Diese Systeme werden ausschließlich elektronisch geregelt.
Aus Gründen der Leistungsausbeute - bei gleichzeitiger Verminderung des Kraftstoffverbrauches und der Abgasemissionen - werden heute überwiegend direkteinspritzende Dieselmotoren mit elektronisch geregelten Einspritzsystemen angeboten.
Was ist der Unterschied zwischen Eintank- und Zweitank-Umrüstung?
Es gibt grundsätzlich zwei Wege, um eine Pflanzenöl-Umrüstung vorzunehmen, mittels eines Eintank- oder mittels eines Zweitank-Systems. Beide Systeme sind im Hause ELSBETT entwickelt worden und beide gestatten auch den Betrieb mit Dieselkraftstoff oder mit Pflanzenöl/Diesel-Mischungen. Beide Systeme werden ständig verfeinert und an die neueste Automobiltechnik angepasst.
Beim Eintank-System wird der Motor ausschließlich aus einem Tank versorgt. Falls gewünscht, kann hier ausschließlich mit Pflanzenöl gefahren werden, da kein Diesel zum Starten oder Nachspülen benötigt wird; als besondere Maßnahme findet hierzu eine Modifikation an Einspritzdüsen, Düsenhaltern und Glühkerzen statt. Dieses System bieten wir für Kammerdiesel-Motoren aller Hersteller sowie für TDI-Motoren des Volkswagenkonzerns (AUDI, SEAT, Skoda, Volkswagen) und zum Teil für Volvo und Ford mit Bosch-Verteilereinspritzpumpen sowie für alle dTi-Motoren der Firma Renault mit Bosch-Verteilereinspritzpumpen an. Eintank-Systeme erfordern einen höheren Entwicklungsaufwand und bedingen daher größere abzusetzende Stückzahlen.
Beim Zweitank-System erfolgt das Warmfahren des Motors mit Dieselkraftstoff aus einem kleinem Zweittank (beim PKW untergebracht z.B. in der Ersatzradmulde). Mit Erreichen der erforderlichen Betriebstemperatur wird dann automatisch auf das aus dem Haupttank gespeiste Pflanzenöl umgeschaltet. Wird der Motor für längere Zeit abgestellt, ist dann wiederum ein Nachspülen mit Dieselkraftstoff vonnöten. Dieses System kommt bei allen LKW-Umrüstungen sowie bei den übrigen PKW-Motoren zum Einsatz.
Muss die Umrüstung in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden?
Das Eintank-System enthält keine eintragungspflichtigen Komponenten. Beim Zweitank-System ist dagegen in Deutschland - sowohl in der Ausführung für PKW wie auch für LKW - der Zweittank in die Fahrzeugpapiere einzutragen. Hier ist insbesondere festzustellen, dass der Tank außerhalb unfallrelevanter Knautschzonen (also zum Beispiel nicht im Motorraum!) verbaut ist.
Sofern die Umrüstung in unserer Werkstatt durchgeführt wird, übernehmen wir auf Wunsch die Vorführung bei der Prüfstelle; hierzu benötigen wir den Fahrzeugbrief.
Wie beeinflussen Dieselmotor und Einspritzsystem die Umrüsttechnologie?
Eintank-Systeme werden von ELSBETT derzeit für folgende Motoren angeboten:
- Vorkammermotoren aller Hersteller, außer Modelle mit Reihen- und Verteilereinspritzpumpen der Marken LUCAS, CAV, Stanadyne, RotoDiesel und Delphi,
- TDI-Motoren des Volkswagenkonzerns (AUDI, SEAT, Skoda, Volkswagen) und zum Teil für Volvo und Ford mit Bosch-Verteilereinspritzpumpen, dTi-Motoren der Firma Renault mit Bosch-Verteilereinspritzpumpen.
Zweitank-Systeme werden von ELSBETT derzeit für alle übrigen Motoren, welche nicht auf Eintank-System umgerüstet werden können, angeboten - außer Motoren mit Reihen- und Verteilereinspritzpumpen der Marken LUCAS, CAV, Stanadyne, RotoDiesel und Delphi.
Insbesondere neue Motoren, wie Modelle mit Common-Rail (CDI, HDI, JTD, CR) oder Pumpe/Düse-Systemen (TDI, PD von VW) werden derzeit mit einem Zweitank-System umgerüstet. Die Umrüstungen und Bausätze sind jedoch so gestaltet, dass sie bei erfolgreichem Abschluss unserer Entwicklungsarbeiten auf Wunsch zu moderaten Kosten auf ein Eintank-System nachgerüstet werden können.
Welche Fahrzeuge sind für eine Umrüstung besonders geeignet?
Grundsätzlich sind fast alle Dieselmotoren oder -fahrzeuge auf Pflanzenölbetrieb umrüstbar. Bedingt durch ihre Popularität wurden in der Vergangenheit verstärkt Fahrzeuge des VW-Konzerns und des DaimlerChrysler-Konzerns umgerüstet. Hier liegen auch die größten Erfahrungen mit Laufleistungen von mehreren Millionen Testkilometern vor. Aber auch Fahrzeuge vieler anderer Hersteller wurden erfolgreich umgerüstet, inzwischen fast 400 verschiedene Modelle, von A wie Alfa Romeo bis V wie Volvo.
Bietet ELSBETT eine Umrüstung für mein Fahrzeug an?
Mit unseren standardisierten Umrüstsätzen decken wir bei Dieselfahrzeugen fast die gesamte Modellpalette ab. Dies umfasst alle gängigen PKW sowie LKW und Busse (sowohl 12V als auch 24V Bordspannung). Zudem rüsten wir stationäre Generatoren und Schienenfahrzeuge um. Umfangreiche Umrüsterfahrungen haben wir auch bei BHKWs. Insbesondere für BHKW ab 50 kW können in vielen Fällen unsere LKW-Bausätze oder spezifische ELSBETT-Lösungen angewendet werden.
Wie kann ich mit ELSBETT-Technik umrüsten bzw. umrüsten lassen?
Bei ELSBETT gibt es für Sie grundsätzlich zwei Möglichkeiten, zu einem für den Pflanzenölbetrieb umgerüsteten Fahrzeug zu kommen: Entweder lassen Sie dieses bei uns oder einem unserer Servicepartner zum Komplettpreis umrüsten – oder Sie kaufen den passenden Umrüstbausatz und organisieren die Umrüstung selbst. Für eine Umrüstung in unserer Werkstatt ist uns das Fahrzeug eine Woche (Anlieferung in der Regel am Montag) zu überlassen.
Sollten Sie die Umrüstung selbst organisieren wollen, so reicht die Bestellung eines Umrüstbausatzes; dieser kommt mit einer Montageanleitung, deren Befolgung einer technischen Fachkraft keine Schwierigkeiten bereiten sollte.

